Amnesty International Koordinationsgruppe Ägypten

Impressum | Login

Koordinationsgruppe Ägypten

StartseiteAl-Jazeera-Urteil: Schwarzer Tag für die Justiz in Ägypten

Was ist auf dem Bild zu sehen?

29.08.2015

Al-Jazeera-Urteil: Schwarzer Tag für die Justiz in Ägypten

Drei Jahre sollen Mohamed Fahmy und Baher Mohamed hinter Gitter – so lautet das Urteil im neu aufgerollten Verfahren gegen die Journalisten, die für das englischsprachige Programm des TV-Senders Al-Jazeera aus Ägypten berichten wollten. Das Urteil läute der Meinungsfreiheit in Ägypten die Totenglocken, kommentiert Amnesty. „Die Vorwürfe gegen Mohamed Fahmy, Peter Greste und Baher Mohamed waren von Anfang an aus der Luft gegriffen und politisch motiviert. Die drei hätten gar nicht erst verhaftet und angeklagt werden dürfen“, so Philip Luther, Leiter des Bereichs Nahost und Nordafrika bei Amnesty.

Kein rechtsstaatliches Verfahren

Der ägyptisch-kanadische Journalist Mohamed Fahmy, der Ägypter Baher Mohamed sowie ihr australischer Kollege Peter Greste waren am 29. Dezember 2013 festgenommen worden. Ein Gericht verurteilte sie zunächst zu Gefängnisstrafen zwischen sieben und zehn Jahren, einige weitere Journalist_innen wurden in Abwesenheit ebenfalls verurteilt. Zu den Vorwürfen gegen die Pressevertreter gehören unter anderem die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, die Verbreitung falscher Nachrichten und die Störung des öffentlichen Friedens. Die Angeklagten hingegen haben vor Gericht mehrfach dokumentiert, dass sie ihre Arbeit nach anerkannten journalistischen Prinzipien ausgeübt haben.

Direkt nach dem Urteil abgeführt

Nach einem Widerspruch gegen das ursprüngliche Urteil kam es zu einem erneuten Verfahren. Im Februar 2015 durften Fahmy und Mohamed das Gefängnis gegen Kaution verlassen. Greste war bereits vorher nach Australien abgeschoben worden. Direkt nach der neuen Urteilsverkündung führten Sicherheitsbeamte die Angeklagten ab, sie durften sich nicht einmal von ihren Angehörigen verabschieden. Auch gegen das neue Urteil können die beiden Journalisten Widerspruch einlegen.

zurück zur Startseite