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05.08.2016

Urgent Action: Folter durch Gefängniswärter*innen

Islam Khalil, der für 122 Tage Opfer staatlichen Verschwindenlassens wurde, ist während der Haft gefoltert und in Einzelhaft gehalten wurden, nachdem er sich für bessere Haftbedingungen eingesetzt hatte. Während seiner Haft ist Islam Khalil in Hungerstreik getreten durch den er gesundheitliche Schäden erlitten hat. Der Besuch eines Doktors wird ihm jedoch verwehrt.

Islam Khalil wurde von Gefängniswärter*innen im Borg al Arab Gefängnis in Alexandria gefoltert, nachdem er verbal gegen die dortigen Umstände protestiert hatte, da die Anzahl der Häftlinge pro Zelle (4x6 Meter) die bisherige Zahl von 25 übersteigen sollte. Nachdem er daraufhin für 30 Minuten vom Gefängnispersonal mit Stöcken geschlagen und seine Kleidung zerrissen wurde, wurde er für neun Tage in Einzelhaft gesteckt (21. Juli bis 29. Juli). Er hat in dieser Zeit kein sauberes Trinkwasser, Familienbesuch oder Frischluft erhalten. Als Reaktion auf die Einzelhaft ist Islam Khalil in Hungerstreik getreten, welchen er bis zum Ende der Einzelhaft durchhielt. Der Hungerstreik hat jedoch zu bleibenden gesundheitlichen Schäden, wie anhaltendes Erbrechen und Schwindelgefühl, geführt.

Islam Khalil wurde am frühen Morgen des 24. Mai 2015 von Mitgliedern der NSA aus seinem Haus im Gharbeya Distrikt abgeholt. Er wurde Opfer staatlichen Verschwindenlassens – die Behörden verweigerten für 122 Tage jegliche Informationen bezüglich seines Aufenthaltsorts und Zustands. Während dieser Zeit wurde er vom NSA gefoltert, um ein „Geständnis“ für Verbrechen abzulegen, welche Islam Khalil bestreitet begangen zu haben. Am 21. September 2015 wurde er dem East Alexandria Prosecution Office vorgeführt, welches ihn auf Grundlage des unter Folter entstandenen „Geständnisses“ verhörten, ohne ihm Kontakt zu Anwält*innen oder seiner Familie zu gewähren. Islam Khalil wurde daraufhin dafür verurteilt ein Mitglied der verbotenen Muslimbruderschaft zu sein, zur Gewalt aufgerufen und Sicherheitskräfte angegriffen zu haben. Sollte die Anklage bestätigt werden droht ihm die Todesstrafe.

Im Verlauf seiner Gefangenschaft hat Islam Khalil mehrfach Folter erfahren, unter anderem wurde er geschlagen und mit Elektroschocks gefoltert. Gefängniswärter*innen haben ihm zudem mehrfach mit dem Tod gedroht.

Amnesty International fordert die ägyptischen Behörden dazu auf Islam Khalil umgehend ärztliche Behandlung zukommen zu lassen und aus der Haft zu befreien, da diese nicht rechtens ist. Zudem soll er vor weiterer Folter geschützt und sollen die Verantwortlichen dieser Folter vor Gericht gebracht werden. Unterstützt mit dieser Urgent Action die Forderungen von Amnesty International. Bitte versendet keine Appelle mehr nach dem 16. September 2016.

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