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30.08.2016

Urgent Action: 14-Jähriger gefoltert

Aser Mohamed (14) wurde für 34 Tage Opfer staatlichen Verschwindenlassens. Während dieser Zeit sei er gefoltert und misshandelt wurde. Auf Grund dieser „Geständnisse“ droht ihm im Falle einer Verurteilung eine Haftstrafe von bis zu 15 Jahren.

Aser Mohamed wurde am 12. Januars von der Nationalen Sicherheitsagentur in seinem Zuhause in Kairo festgenommen. Die Sicherheitskräfte, welche ohne Haft- und Durchsuchungsbefehl agierten, teilten seiner Familie mit, dass er nur für einige Stunden zur Befragung mitgenommen würde. In den nächsten 34 Tagen verweigerten staatliche Behörden seiner Familie und Anwält*innen jegliche Auskunft bezüglich Aufenthaltsort und Wohlbefinden. Am 15. Februar wurde Aser Mohamed – ohne juristischen Beistand – von der Generalstaatsanwaltschaft verhört und durfte nur im Anschluss mit seiner Familie und Anwält*innen telefonieren.

Aser Mohamed wird die Mitgliedschaft bei der verbotenen Muslimbruderschaft und der Angriff auf ein Hotel vorgeworfen. Grundlage hierfür sind „Geständnisse“, die nach laut Aser Mohamed das Resultat von Folter seien. Anstatt den Foltervorwürfen und dem Verschwindelassen nachzugehen, hat die Staatsanwaltschaft Aser Mohamed mit erneuter Folter gedroht, wenn er seine „Geständnisse“ zurückzieht. Darauf wurde er in Untersuchungshaft gesteckt, was gegen geltendes ägyptisches Recht verstößt, welches eine Untersuchungshaft für Kinder unter 15 Jahre verbietet. Die erste Anhörung sollte am 6. August stattfinden, wurde von den Behörden jedoch erst auf den 15. August und nun auf den 8. Oktober verschoben. Im Falle einer Verurteilung drohen Aser Mohamed bis zu 15 Jahre Haft. Derzeit wird unter unmenschlichen Umständen in der Talbeya Polizeistation in Giza festgehalten. Die 4x6 Meter große Zelle teilt er sich mit 12 anderen Häftlingen und ist nicht erlaubt diese zu verlassen. Seit dem 2. August durfte seine Familie in nicht mehr besuchen.

Amnesty International fordert die sofortige Freilassung Aser Mohameds aus unrechtmäßiger Haft sowie Kontakt zu Familie, Anwält*innen und medizinischer Versorgung. Zudem fordert Amnesty International das diejenigen, welche für die Folter und Misshandlung Aser Mohameds verantwortlich sind zur Rechenschaft gezogen werden.

Unterstützt mit dieser Urgent Action die Forderungen von Amnesty International. Bitte versendet keine Appelle mehr nach dem 11. Oktober 2016.

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